Die Aufenthaltserlaubnis

Rechtsanwalt Aufenthaltserlaubnis: Stempel und Pass

Das Visum berechtigt zur Einreise und ggf. zu einem Kurzaufenthalt. Die Aufenthaltserlaubnis (§ 7 AufenthG) ist ein Aufenthaltstitel nach § 4 AufenthG und wird immer nur für einen bestimmten Zweck und zeitlich befristet erteilt. Als ein im Ausländerrecht tätiger Rechtsanwalt zeige ich Ihnen die Möglichkeiten auf, unter welchen Voraussetzungen eine Aufenthaltserlaubnis zu erlangen ist.

Bei einer erstmaligen Erteilung oder Verlängerung eines Aufenthaltstitels müssen stets die allgemeinen Voraussetzungen gem. § 5 Abs. 1 AufenthG erfüllt sein. Die weiteren Voraussetzungen hängen maßgeblich vom Aufenthaltszweck ab. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen:

  • Sicherung des Lebensunterhalts;
  • Geklärte Identität;
  • Kein Ausweisungsinteresse;
  • Keine Beeinträchtigung öffentlicher Interessen;
  • Erfüllung der Passpflicht;
  • Einreise mit erforderlichem Visum und richtigen Angaben.

Des Weiteren richten sich die Voraussetzungen nach dem jeweiligen Aufenthaltszweck. Das Gesetz sieht folgende Aufenthaltszwecke vor:

 

Aufenthaltserlaubnis zum Studium bzw. zur Ausbildung nach §§ 16 ff. AufenthG

Studium

  • Es besteht die Möglichkeit, einen Aufenthaltstitel zum Zwecke der Aufnahme eines Studiums an einer staatlichen oder anerkannten Hochschule zu erlangen.
  • Es ist nicht zwingend notwendig, bereits die Zusage einer Hochschule erhalten zu haben. Auch studienvorbereitende Maßnahmen (z.B. Sprachkurs) sind vom Aufenthaltszweck umfasst.
  • Der Aufenthaltstitel wird in der Regel nur für den Zeitraum des Studiums erteilt und erlischt mit Beendigung des Studiums. Allerdings gibt es nach Studienbeendigung verschiedene Möglichkeiten, einen weiteren Aufenthaltstitel für einen anderen Zweck zu erlangen.

Schüler

  • Ein Aufenthaltstitel zwecks Schulbesuchs ist nur im Rahmen eines zeitlich begrenzten Schüleraustauschs oder Intensivsprachkurses möglich gem. § 16b AufenthG.

Ausbildung

  • Voraussetzung ist, dass insbesondere nicht ausreichend inländische Bewerber zur Verfügung stehen (§ 17 AufenthG).

Absolventen

  • Aufenthaltstitel zum Zwecke der Jobsuche nach erfolgreicher Beendigung des Studiums für 18 Monate.
  • Es besteht die Möglichkeit, eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten, sofern 2 Jahre nach Abschluss eine entsprechende Tätigkeit ausgeübt wird (§ 18b AufenthG).

 

Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit nach §§ 18 ff. AufenthG

Es besteht die Möglichkeit, einen Aufenthaltstitel zum Zwecke der Erwerbstätigkeit zu erlangen. Die Voraussetzungen richten sich insbesondere danach, ob einer selbstständigen oder angestellten Tätigkeit nachgegangen werden soll. Der folgende Überblick ist keineswegs als abschließend zu verstehen, sondern nur um einen ersten Überblick zu erhalten.

Angestellte Tätigkeit

  • Es muss ein konkretes Jobangebot vorliegen;
  • Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit.

Selbstständige Tätigkeit

  • Richtet sich nach § 21 AufenthG;
  • Wirtschaftliches Interesse oder regionales Bedürfnis;
  • Erwartung einer positiven Auswirkung auf die Wirtschaft;
  • Gesicherte Finanzierung.

Aufenthaltserlaubnis ohne Berufsausbildung

  • Ausnahmeregelung für bestimmte Staatsangehörige (§ 26 BeschV);
  • Staatsangehörige folgender Länder haben auch die Möglichkeit, ohne anerkannte Berufsausbildung eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit zu erhalten:
    • Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien.
    • Australien, Israel, Japan, Kanada, Südkorea, Monaco, Neuseeland, San Marino und USA.
    • Ob ein Aufenthaltstitel letztlich erteilt werden kann oder nicht, hängt insbesondere davon ab, ob
      • es ausreichend inländische Bewerber (Vorrangprüfung) gibt
      • und, ob die Arbeitsbedingungen ortsüblich sind.

Hochqualifizierte (BlueCard / Blaue Karte EU) gem. § 19a AufenthG

  • Ausländische Akademiker haben die Möglichkeit, eine sog. Blaue Karte EU zu beantragen. Insbesondere müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
    • Deutscher oder anerkannter Hochschulabschluss;
    • Konkretes Stellenangebot mit Bruttojahresgehalt von mind. 53.600 EUR;
      • Für bestimmte Tätigkeiten (Arzt und MINT-Berufe) gilt eine reduzierte Gehaltsgrenze (mind. 41.808 EUR);
  • Inhaber einer BlueCard haben die Möglichkeit deutlich früher als üblich eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten.

 

Der völkerrechtliche oder humanitäre Aufenthaltszweck nach §§ 22 ff. AufenthG

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, einen Aufenthaltstitel aufgrund eines völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Aufenthaltszwecks zu erlangen. Im Gegensatz zu den oben genannten Aufenthaltszwecken steht hier nicht das wirtschaftliche Interesse der Bundesrepublik im Vordergrund, sondern das ideelle. Es kommen insbesondere folgende Aufenthaltszwecke in Betracht:

 

Aufenthaltserlaubnis zur Familienzusammenführung

Es besteht die Möglichkeit der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Familienzusammenführung. Aufgrund der großen praktischen Bedeutung wird auf den folgenden Beitrag verwiesen, der sich explizit mit der Thematik der Familienzusammenführung auseinandersetzt. Als Rechtsanwalt im Ausländerrecht unterstütze ich Sie auch dabei, dass Ihre Familie eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis erlangt.

Weitere Informationen.

 

Ich berate Sie bei jeglichen Fragen zur Aufenthaltserlaubnis. Vereinbaren Sie telefonisch einen Beratungstermin unter 0201 879550 oder über das Kontaktformular.