Heiraten in Dänemark

Dänemarkflagge auf Ziegelsteinen

Die Dänemark-Ehe ist in aller Munde. Immer mehr Menschen entscheiden sich, im nördlichen Nachbarstaat Dänemark zu heiraten. Eine Heirat in Dänemark verläuft in der Regel unkomplizierter bzw. unbürokratischer als in Deutschland. Es werden weniger Dokumente verlangt und der gesamte Organisationsstress ist erheblich reduziert.

 

Die Dänemark-Ehe: Eine gute Alternative?

Grundsätzlich wird die Dänemark-Ehe auch in Deutschland anerkannt. Allerdings werden die nationalen aufenthaltsrechtlichen Folgen einer Ehe in Dänemark überschätzt. Oftmals geht mit der Eheschließung die Erwartung einher, dass unmittelbar danach ein Aufenthaltstitel erlangt werden könne. Auch wenn der Wunsch, als Ehepaar gemeinsam in Deutschland leben zu wollen durchaus nachvollziehbar ist, müssen die nationalen Erteilungsvoraussetzungen im Sinne des Aufenthaltsgesetzes berücksichtigt werden. Hierbei kommt es regelmäßig zu Problemen.

 

Heiraten in Dänemark zur Familienzusammenführung: Der Ehegattennachzug

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Familienzusammenführung des Ehegattens. Die Voraussetzungen richten sich insbesondere danach, ob der Zuzug zu einem Deutschen oder Ausländer erfolgen soll. Allerdings müssen die erforderlichen Voraussetzungen auch eingehalten werden.

 

Visumproblematik: Einreise mit Schengenvisum

Das häufigste Problem im Zusammenhang mit der Dänemark-Ehe ist, dass die Einreise des ausländischen Ehepartners nicht mit dem erforderlichen Visum erfolgt. Bei einer beabsichtigen Heirat ist es erforderlich, ein Visum zum Zwecke der Eheschließung (nationales Visum) zu beantragen. Sofern lediglich ein Schengenvisum beantragt worden ist, um dann gezielt während dieser Zeit zu heiraten, so erfolgte die Einreise nicht mit dem erforderlichen Visum. Die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen eines Aufenthaltstitels gem. § 5 Abs. 2 AufenthG liegen folglich nicht vor. In der Regel verlangt die Ausländerbehörde dann, dass der betroffene Ehegatte ausreist und das Visumverfahren nachholt.

Die zuständige Behörde kann in diesen Fällen jedoch vom Erfordernis der Einreise mit dem richtigen Visum absehen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass die Ausländerbehörde gem. § 31 Abs. 3 AufenthV eine Vorabzustimmung erteilt, um das nachzuholende Visumverfahren zu beschleunigen.

 

Kein Freizügigkeitsrecht

Es besteht kein (abgeleitetes) Freizügigkeitsrecht durch den kurzfristigen Aufenthalt in Dänemark zur Eheschließung. Voraussetzung dafür wäre, dass vom Freizügigkeitsrecht nachhaltig Gebrauch gemacht worden ist. Hierfür reicht ein Kurzaufenthalt nicht aus. Von einem nachhaltigen Gebrauch des Freizügigkeitsrechts ist ab einem Zeitrahmen von ca. drei Monaten auszugehen.

 

Die Dänemark-Ehe: Ein Fazit

Heiraten in Dänemark ist vor allen Dingen unbürokratischer als in Deutschland. Sie ist allerdings nicht der erhoffte aufenthaltsrechtliche „Joker“, für den sie oftmals gehalten wird.

 

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